Kopieranlage ZV (zweite Version)

Die hier beschriebene Kopierstation soll es möglich machen, digitale Aufnahmen aller Art auf traditionellen Super-8 Film zu übertragen. Dazu wird der digitale Film von einem LCD Monitor Bild für Bild einzeln abfotografiert. Ene erste Version, basierend auf einer umgebauten Kamera "Canon 1014 XL-S" mit grossem Zusatzmagazin führte nicht zum Ziel. Nach einer kurzen Denkpause von einigen Tagen wird das das Projekt nun noch einmal neu angegangen, diesmal auf einem stark verändertem Grundkonzept.

Aktualisiert am: 1. Januar 2012


Die Grundlage besteht aus einer alten russischen Federwerkskamera, die damals für Doppelsupe-8 Filmmaterial konstruiert wurde. Diese Kamera ist rein mechanisch aufgebaut, extrem robust, komplett aus Metall gefertigt und somit sehr gut geeignet, als Aufnahmekopf für das Projekt zu dienen. Die Kamera wurde inzwischen komplett zerlegt, sämtliche überflüssigen Teile wurden ausgebaut und übriggeblieben ist nur noch eine simple und offen zugängliche Transportmechanik. Auch das Gehäuse wurde dem neuen Zweck entsprechend total abgespeckt.

Diese Kamera, die ja nun eigentlich bloss noch ein "Kopierkopf" ist, soll von einem externen Elektromotor mit einer Geschwindigkeit von ungefähr 2 Bildern pro Sekunde kontinuierlich angetrieben werden. Die Abspielgeschwindigkeit der Einzelbilder vom Computer auf den Monitor ist relativ langsam, sodass diese langsame Gangart notwendig ist. Gleichzeitig ist dies aber auch ein Vorteil, weil dadurch eine recht lange Belichtungszeit entsteht, um auch extrem niedrig empfindliche spezielle Printfilme belichten zu können. Daneben wird auch gleich noch der Filmtransport geschont, was einem guten Bildstand sehr förderlich sein wird.

Der Kopierkopf soll mit einem qualitativ sehr guten Objektiv (Kern Switar 1,8 / 16mm) bestückt werden, um die Bildqualität auf höchstem Niveau zu halten. Um Kosten zu sparen, soll Rohfilm in möglichst grosser Länge als Meterware zum Einsatz kommen. Der Rohfilm soll in einem lichtdichten Magazin mit einem Fassungsvermögen von reichlich 300m gelagert sein. Dieses Magazin soll zweiteilig ausgeführt werden, eines für den rohen Film, das zweite für den belichteten Film. Diese Verteilung auf zwei getrennte Magazine hat den Vorteil, diese in bestmöglicher Anordnung direkt auf dem Kopiertisch platzieren zu können.

Die ganze Kopierstation soll so konstruiert sein, dass nebst Doppelsuper-8 Film auch gleich noch normaler Super-8 Film als Aufnahmematerial genutzt werden kann. Dies bringt den grossen Vorteil, die unterschiedlichsten Filmemulsionen nutzen zu können, die teilweise nur in einem der genannten Formate zur Verfügung stehen. Am Kopierkopf muss zu diesem Zweck lediglich eine ergänzende Filmführung angebaut werden, die den normalen Super-8 Film so führt, dass dieser in korrekter Position in der doppelt breiten Filmführung belichtet werden kann.

Auch die beiden Filmmagazine sollen so gebaut werden, dass sie in der Lage sind, beide Filmformate aufzunehmen. Die Wickelkerne sind für beide Filmformate dieselben, sie unterscheiden sich lediglich in der Breite, sodass nur eine Verschmälerung der Filmkammer nötig wird, um die Magazine universell nutzen zu können. Aufwickelantrieb, Aus-und Einlauf sind ansonsten bei beiden Formaten identisch.

Um den Bildstand sicher zu gewährleisten sollen zwei Entlastungsschlaufen im Film sein, eine vor und eine nach der Filmbühne. Damit die Filmschlaufen immer gleich gross bleiben, muss eine ganz spezielle "Anordnung" gebaut werden. Diese "Anordnung" soll ohne Zahntrommeln auskommen, da diese bei der ersten Version ausser grossem Ärger nichts gebracht haben.


Der Kopierkopf, basierend auf einer alten russischen Quarz Doppelsuper-8 Kamera mit Federwerksantrieb.

Das Gehäuse und auch die Innereien wurden weitgehend ausgebaut bzw. abgefräst, um einen möglichst offenen und frei zugänglichen Kopierkopf zu bekommen.

Ausser Filmbühne mit Andruckplatte und Greifer ist eigentlich kaum noch ein Teil original geblieben. Es gibt keinen Sucher, keinerlei kameraspezifischen Funktionen, wie z.B. Geschwindigkeitsregelung usw.. Das Federwerk ist völlig ausgebaut. Es gibt auch keinen Auslöser mehr.

Der Antrieb dieses Kopierkopfes wird an die Rückseite angebaut. Ein Elektromotor, der nur gerade den Filmtransport mit ungefähr 2 Bildern pro Sekunde bewegt.

Die Achsen, wie die Ab- und Aufwickelachsen, der Deckelverschluss in der Mitte und die Gummi- und Leitrollen direkt über der Filmbahn werden auch noch gekappt, das sind alles Teile, die ich nicht gebrauchen kann un die bloss störend im Wege stehen.

Es soll eine völlig flache Ebene entstehen, die später für das neue Getriebe für die Schlaufenbildung genutzt werden kann. Ohne hinderliche Platzprobleme...

 


Der Kopierkopf von vorne betrachtet.

In den runden Teil an der Vorderfront wird das Objektiv angebaut. Vorgesehen ist ein Kern Switar 1,6 / 16mm aus einer alten Bolex H16. Dieses Objektiv leuchtet einen ausreichend grossen Bereich aus und entspricht mit seiner Brennweite, seiner Qualität und auch seiner Lichtstärke genau meinen Vorstellungen.

Die Objektivhalterung wird aus Alu gedreht. Ich muss bei diesem Teil darauf achten, dass die Länge in etwa dem richtigen Abstand entspricht, damit am Schluss auch die Bildschärfe auf dem Film zu liegen kommt. Die Feineinstellung der Bildschärfe kann dann ganz normal am Objektiv eingestellt werden.

Der rot umrandete Bereich stört mich. Er kommt daher, weil der hintere Deckel nicht der Schräge des restlichen Gehäuses folgt. Da werde ich einfach einen schön zurechgeschliffenen Hartholzblock einkleben, damit die linke Seitenwand auch schön rechtwinklig zur Kamerafront steht.

Ist eine rein kosmetische Sache, Funktion steckt da keine dahinter, sieht aber schöner aus, wenn da eine Holzfüllung drin ist. Die wird dann natürlich wie alles andere auch schwarz gespritzt.

Im rot umrandeten Bereich war heute morgen noch ein Sucher drin.


Eine weitere Ansicht des Kopierkopfes.

Damit der Kopf nebst Doppelsuper-8 Film auch gleich noch normalen Super-8 Film transportieren kann, muss ich eine Einrichtung bauen, die den Film so führt, dass er immer auf der unteren Hälfte der Filmbühne läuft und nicht nach oben ausweichen kann.

Dies erscheint mir nun machbar, da ohne störende Gehäuseteile oben und unten an der Filmbühne reichlich Platz zur Verfügung steht, um dort je einen metallenen, gefederten Anschlag anzubauen, der den Film in richtiger Position führt.

Die abgefrästen Flächen werden nun noch fein verschliffen und danach wieder mattschwarz gespritzt, damit alles einigermassen gepflegt aussieht.

Wirklich währschaft robuste russische Bauart, alles aus Metall und nicht billiges Plastic, irgendwie fasziniert mich diese Kamera immer mehr. Alles ist so verschraubt, dass es zerlegbar ist, nicht überall geklebt wie bei anderen Kameras.

Es hat echt Spass gemacht, mit der grossen Trennscheibe das Gehäuse zu bearbeiten, wo sonst findet man noch solche Wertarbeit an einer Kamera... ach ja, an den alten Bolex, "made in switzerland"... ich hätte es ja wissen müssen...


Die Anpassung eines C-Mount Anschlusses

Eigentlich war es gar nicht mal so kompliziert, die Quarz so umzubauen, dass nun ein "normgerechter" C-Mount Anschluss vorne dran ist. Nun ist es möglich, alle zum kopieren in Frage kommenden Linsen einfach anzuschrauben.

Auf dem Bild sind das nun vorne ausgefräste Gehäuse zu sehen. Davor liegt die demontierte Filmbühne, auf der die selber hergestellen Aluteile montiert werden. Im Vordergrund noch das Kern Objektiv, das zum kopieren vorgesehen ist. YVAR 2,8/16mm


Die C-Mount Halterung auf der Filmbühne

Die Halterung besteht zum einen Teil aus einem passend überdrehten Stück Alurohr, das mit der Filmbühne fix verbunden wird.

Das eigentliche Gewinde des Anschlusses besteht aus einem alten Rückdeckel von Bolex. Okay, ist zwar bloss aus Alu und somit nicht für den harten täglichen Gebrauch in freier Widbahn geeignet, aber für meine Kopierzwecke reicht die Festigkeit des Gewindes allemal.

Dieses Gewindeteil wird nun fest im Aussenrohr verklebt. Der Abstand zwischen Film und vorderer Auflage entspricht nun (ungefähr...) dem offiziellen Abstand von 17,52 Millimeter. Zwar nicht ganz hundertprozentig, aber es reicht, da ich die Bildschärfe ja sowieso nur einmal sauber einstellen muss und das Objektiv eine Naheinstellgrenze von 30cm hat.

Brauchen tue ich aber etwa 70cm, um das Monitorbild formatfüllend ins Bildfester zu bekommen.


Der Anschluss im Gehäuse.

So sieht der Anschluss aus, wenn er ins Gehäuse eingesetzt ist.

Auf der linken Seite des Gehäuses sieht man auch gleich noch den Holzklotz, den ich eingeklebt habe, weil mir die Schräge des Gehäuses nicht gefallen hat.

Sowie alles fertig ist, wird das Gehäuse rundum schwarz gespritzt, dann sieht alles wieder ordentlich aus.

 


Die Quarz mit Kern.

Heute habe ich die Quarz wieder zusammengebaut. Nun ist das Teil soweit einbaufertig.

Man sieht den provisorischen Getriebemotor, der die Kamera über eine flexible Welle antreibt. Eine noch simplere Antriebslösung ist mir nicht eingefallen.

Der Getriebemotor ist nur als Demo gezeigt, natürlich kommt da ein grösserer, wirklich alltagstauglicher Antrieb dran, nicht so ein kleines Spielzeugmotörchen.

Das Kern Objektiv sitzt nun fest auf der Kamera und, -welch eine Freude-, sogar das Auflagemass stimmt recht genau. Die Zentrierung war sowieso kein Thema, da die Quarz bereits eine recht präzise sitzende Platte eingebaut hat, auf der nun der C-Mount Anschluss festgeklebt ist.

 


Die Rückseite.

Die flexible Welle greift direkt auf die Hauptwelle der Kamera zu, sodass keine komplizierten Berechnung nötig sind, wenn es in den nächsten Tagen beim Kauf um die Drehzahl des grossen Antriebsmotors geht.

Ausser den beiden Wickelkernen habe ich alles wegrationalisiert und ausgebaut, um möglichst allen Platz für mich zu haben, wenn ich dann den Film einlegen will.

Die beiden Wickelkerne hätte ich auch ausbauen können, war mir aber etwas zu umständlich, da die Dinger recht aufwendig in die Grundplatte eingebaut sind. Also habe ich es einfach gelassen. Die Dinger stören ja nicht.

Das Loch für den flexiblen Antrieb ist nicht so ganz zentrisch geworden, ich musste es irgendwie nach Auge bohren. Spielt aber keine Rolle, streift nichts, also alles gut...


Detail der Filmführung.

Ich fand es herrlich, wie einfach und problemlos diese Kamera umzubauen war.

Die zwischen Gehäuse und Filmplatte liegenden Distanzstücke gab es bereits bei der originalen Kamera, bloss, durch den nun echt grossen C-Mount Adapter hatten diese Distanzteile keinen Platz mehr. Also habe ich eben selber welche zugeschnitten und eingelegt.

Die Dicke dieser Distanzstücke ist realtiv unkritisch, das Objektiv ist ja fest mit der Filmplatte verbunden und hat keinerlei direkten Kontakt zum Gehäuse. Einzig auf die Eingriffstiefe des Greifers musste ich dabei achten, was aber überhaupt kein Problem war.

Erstaunlich, der Greifer der Quarz ist sogar kugelgelagert, da haben die Russen echt etwas gedacht, als sie diese Kamera konstruiert haben. Jetzt läuft das Gerät wieder wie vorher, bloss eben mit einem Obektiv, auf dem "made in Switzerland" draufsteht. Dem originalen "Meteor" aus Russland traute ich nicht so ganz über den Weg...

Ach ja: sollte jemand den Originaldeckel der Quarz haben wollen, der liegt nun einfach bei mir rum und wurde in keiner Weise verändert.

Nun müsste man bloss noch eine grosse Holzkiste um diese Kamera bauen, man hätte schon fast eine uralte Lumiere oder sonstwas historisches. Inklusive Handantrieb notabene... *lach


Die Filmmagazine

Nun sind die Magazine viereckig geworden. Dadurch lassen sie sich sehr einfach auf dem Kopiertisch befestigen und die ganze Kopierstation wird dadurch deutlich stabiler.

Es gibt nun zwei getrennte Magazine, eines, das den unbelichteten Rohfilm aufnimmt und daneben das zweite, in dem der belichtete Film aufgewickelt wird.

Das Trennen der Magazine auf zwei einzelne Teile hat den Vorteil, dass das Beladen und Entladen im Dunkeln wesenlich vereinfacht wird.

 


Die Rückseite des Magazins

In der Mitte die Halterung, in die wieder dieselben Kugellager reinkommen wie beim alten Magazin.

Die Grösse der Magazine beträgt in etwa 30x30cm Kantenlänge.


Der Filmauslauf

So sieht der Filmauslauf aus. Das dunkle innerhalb des kleinen Holzrahmens ist komplett mit schwarzem Samt ausgekleidet.

Beim zweiten Magazin sieht es genauso aus,ist alles lediglich spiegelbildlich angeordnet.


Die Vorderseit des Magazins

Der Deckel wird mit vier fest eingebauten Schrauben gesichert. Damit man im dunklen gut hantieren kann, sind Flügelmuttern und ein grosser Griff am Deckel angebracht.


Magazin ohne Deckel

So sieht das Magazin ohne Deckel aus.

Das achteckige Innenteil ist herausnehmbar. Es ist dies das Teil, das es ermöglicht, 8mm und 16mm Film ins Magazin einzulegen. Im Prinzip ist das Innenteil lediglich ein Distanzhalter für den schmalen 8mm Film, wenn 16mm breiter Film eingelegt ist, braucht es dieses Teil nicht und wird einfach beseite gelegt.

Der Rahmen und die Verstärkung in Kreuzform sollen das ganze etwas stabiler machen.


Der Distanzhalter

Wenn 8mm breiter film ins Magazin eingelegt ist, wird dieses Teil einfach obenauf gelegt und schon ist die Filmkammer bloss noch kanpp 10mm breit. Ohne dieses Teil ist die Filmkammer knapp 20mm breit.

Die kleine Aussparung oben muss sein, irgendwo will der Film ja nach aussen geführt werden.


Das Magazin ohne Distanzhalter

So sieht die Filmkammer aus, wenn 16mm Film geladen werden soll.

Im Moment fehlen noch die Spulenaufnahmen und das aussen liegende Antriebsrad, diese Teile habe ich heute gebaut und sind im Moment in der Werkstatt am trocknen.

Man sieht auch rechts den Filmauslauf. Simpel, einfach, aber sehr effektiv.

Auf ein Zählwerk habe im Magazin ich verzichtet, da kommt dann ein simples Digitaler Zähler irgendwo aussen auf den Kopietisch und wird über einen Mikroschalter direkt von der Kamera angetrieben. Als Einheit gilt dann einfach ein Einzelbild. Wer etwas rechnen kann, ist dann im Vorteil...

Innen sind die Laufflachen wieder mit schwarzem Karton ausgekleidet, damit der Film gut rutscht. Das nackte lackierte Holz war etwas rauh und ich musste etwas "rutschigeres" einbauen.

Irgendwie ist mir mattschwarz zwar recht angenehm, aber ich habe mich nun entschieden, der Kopierstation aussen einen kleinen Hauch von "Profi" zu verleihen, indem ich gewisse Teile einfach in "Maschinengrün" lackiert habe. Sieht doch auch gut aus, oder...?


Mein neues Spielzeug

Ungefähr 40 Jahre Technikunterschied und dazu noch ein Preisvergleich, dann komme ich echt ins Staunen und vergesse, meine Kinnlade wieder hochzuklappen.

Wie hätte wohl damals an der Canon ein 30fach Zoom (1,8) ausgesehen, so wie es heute in dieser mickrigen Videokamera verbaut ist. Steht da zwar 42fach drauf, ist aber Murcks, effektiv ist es "bloss" 30fach, der Rest ist digitale "Angeberei".

Trotzdem, erstaunlich, was da so alles drin ist, wovon wir Schmalfilmer früher bloss träumen konnten. Irgendwie habe ich aber ein bisschen ein schlechtes Gewissen, da ja bekannt ist, wieviel ein Arbeiter im Herstellerland verdient, bloss, damit ich mir so nebenher dieses billige Ding kaufen kann.

Ich hoffe nun, dass ich mit dieser Kamera in Zukunft gutes "Footage", wie die "Fachleute" heute grossgekotzt sagen, aufnehmen kann. Filme, die ich dann hoffentlich in guter Qualität auf Super-8 umkopieren kann. Bevor aber so ein Filmchen kopiert werden kann, muss es durch die "Post", auch so ein grosskotziger neumodischer Ausdruck, den ich schlicht mit Nachbearbeitung umschreibe.

Auch die Schnittsoftware, mit der ich mich gerade am anfreunden bin, kostet heutzutage kaum noch was. Sowas bekommt man heute echt zum Schnäppchenpreis, teilweise ja sogar ganz gratis. Ich will aber keine solche geschenkte Software, lieber ein paar Franken ausgeben, dafür aber auch etwas vernünftiges. Die Softwareentwickler müssen ja auch von irgend etwas leben.

Nun ist mir also nicht mehr langweilig und ich kann die Warterei auf die Motoren für mein Getriebe irgendwie mit etwas spassigen nutzen. Zwar läuft die ganze Sache im Moment bloss unter Windows, aber das ändert sich dann schlagartig, wenn ich mir meinen neuen iMac oder meinen Mac-Mini kaufe. Bis dahin "plage" ich mich eben durch diesen sinnlosen Fenstersalat und kippe eben ein Bierchen, wenn es mir dann doch zu bunt wird.


Das Getriebegehäuse

Das Getriebegehäuse beinhaltet alles, was zum eigentlichen Kopiervorgang nötig ist.

Den Kamerakopf, den Antrieb der Schlaufenbildner, die zugehörigen Sensoren, die zur Überwachung der Schlaufengrösse benötigt werden und den Anschluss zu den beiden Magazinen.

Damit das Gehäuse die nötige Festigkeit hat, habe ich einfach mehrere Lagen Sperrholz miteinander verleimt. Ist ein ganz schön massiver Kasten geworden.

Die beiden Magazine werden einfach seitlich an dieses Getriebegehäuse angeschoben, mit Flügelmuttern gesichert und schon ist dann alles eine saubere Einheit.

Es wird da noch einiges an schwarzem Samt gebraucht, damit am Schluss alles auch garantiert lichtdicht wird. Der Frontdeckel soll optisch ungefähr so werden, wie die Deckel der beiden Magzine, damit die ganze Anlage dann auch "irgendwie" gepflegt aussieht.

 


Der Kopiertisch

Der Kamerakopf steht auf einem Untergestell, sodass es nun möglich ist, die Schärfe und die Blende am Objektiv problemlos von vorne einzustellen.

Der Kamerakopf ist passgenau eingelassen, sodass immer dieselbe Position erhalten bleibt. Der Tisch wird ganz einfach auf das obere Brett der Kopierstation geklebt und zusätzlich mit Schrauben gesichert. Natürlich kommt in das obere Brett der Anlage noch ein reichlich grosses Loch, ich will ja nicht bloss das Brett abfilmen...

Hinten sieht man den Ausgang der flexiblen Welle, die zum Antriebsmotor führt. Nicht ganz zentrisch, ärgerlich, aber bloss ein Schönheitsfehler, läuft alles ohne Berührung am Gehäuse.

Herrlich, wie schön offen die ganze Sache nun geworden ist, da lässt sich der Film nun problemlos einfädeln und es hat auch reichlich Platz, ganz anders als früher mit dem beengten Zeugs in der Canon.


Das Gehäuse

Das Getriebegehäuse wird einfach über den Kamerakopf gestülpt und so verschraubt. Dadurch ist auch später ein Demontieren problemloses möglich.

Im oberen Teil sieht man die Getriebe von zwei kleinen Motoren, die für die Schlaufen zuständig sind. Die Schlaufen sind sehr gross und führen von der Filmbühne bis zu den beiden Motoren.

Damit die Filmschlaufen nirgends kratzen können, werden die seitlichen Wände des Gehäuses noch mit Samt ausgekleidet.

Vorne drauf kommt noch ein Deckel, der dann das gesamte Gehäuse lichtdicht verschliesst. Der Deckel geht bis ganz nach unten, dann kann auch kein Licht vom Objektiv ins Gehäuse gelangen.

Das Ganze wird innen natürlich noch geschärzt, aber erst, wenn der Aufbau fertig ist. Es kommen da vorher noch ein paar Sachen rein, wie Umlenkrollen, Schlaufensensoren und solche Sachen. Nur eben, keine Zahntrommeln...


Die Rückseite

Von hinten betrachtet sieht man die beiden "Schlaufenmotoren", im Moment noch nicht verdrahtet und auch die Rückseite des Kamerakopfes. Ist wirklich nicht mehr viel von der ehemaligen Quarz vorhanden.

Im Vordergrund sieht man zwei grosse Motoren, die für den Antrieb der Kamera über die flexible Welle zuständig sind. Diese beiden Motoren werden ganz einfach an geeigneter Stelle auf den Kopiertisch geklebt, sodass die Welle einen sauberen Bogen macht.


Der Antrieb

Ich habe gleich zwei Motoren für den Antrieb vorgesehen, da ich noch keinerlei Erfahrung darin habe, wie lange die Belichtungszeit von niedrigempfindlichem Kopierfilm sein muss. Es wird natürlich jeweils bloss einer der Motoren benötigt, der zweite ist lediglich eine Reserve.

Eine Motor dreht mit etwa 60 U/min, der andere mit etwa 120 U/min. Das ergibt also eine Belichtungszeit von einer halben oder einer Viertelsekunde, je nach Filmmaterial. Ich würde zwar den Antrieb gerne schneller laufen lassen, aber es hat sich gezeigt, dass dann der Computer Probleme hat, das Bild auf dem Monitor weiterzuschalten. Na ja, ist ja egal, die Nächte sind ja lang und die Anlage soll dannzumal alleine laufen, während ich meine wohlverdienten Bierchen geniesse...

Ich gehe davon aus, dass ich mit solch langen Belichtungszeiten jeder Situation gewachsen sein sollte. Die Feineinstellung der Belichtung geschieht dann mit der Blende am Objektiv, die ich auf etwa 5,6 abblenden möchte. Den Rest müssen dann Graufilter übernehmen, die ich problemlos einfach von vorne einschieben und auf den Kopiertisch legen kann. da gibts dann einfach noch eine hölzerne Führung, damit die Filter nicht verrutschen können. So brauche ich also keine speziellen Filter mit entsprechenden Filterdurchmessern, ich kann jeden Filter, der gross genug ist, benutzen.

Da werden demnächst so einige Tests in der Praxis erforderlich sein, ich traue es mir nicht zu, die genaue Belichtungszeit theoretisch zu berechnen. Ich werde einfach eine ganze Serie Aufnahmen mit den verschiedenen blenden und Filtern machen, jeweils mit einer Nummer markiert, und mich so an die genauen Werte herantasten. Natürlich nach einer vorher festgelegten Logik, nicht einfach so...

Das Umrüsten von einem zum anderen Motor ist ein Kinderspiel, dank der flexiblen Welle müssen lediglich schnell zwei Madenschrauben gelöst werden. Dann umstecken und wieder festziehen. Natürlich dann auch den Strom auf den richtigen Motor schalten, damit nicht immer beide mitlaufen.

Der Aufwickelantrieb an einem der beiden Magazine hat einen selbigen Motor, den habe ich aber nicht fotografiert.


Die Kopierstation

Hier sieht man den Bock und den Kamerakopf. Der Holzbock wird auf das Grundbrett des Kopierrahmens aufgeschraubt. Das Grundbrett habe ich nicht extra mitfotografiert, wie ein Holzbrett mit Ausschnitt aussieht weiss ja jeder.

Damit ich problemlos direkt von oben den Bildausschnitt und die Bildschärfe einregeln kann, habe ich die Mechanik ausgebaut. Sind bloss drei Schrauben, schon ist alles wieder an seinem Platz

Am oberen Gehäuseteil kann ich auch sehr einfach die Beleuchtung zum projezieren durch das Filmfenster anbringen. Habe eine weisse LED, die ich mit einem Brettchen und ein paar Klammern fixiere.

Das eigentliche Getriebe kann nun einfach über diese Anordnung gestülpt und verschraubt werden, schon ist alles am richtigen Platz.


Das Getriebegehäuse

Das Getriebegehäuse so, wie es dann während des Kopierens auf der Mitte des Grundbrettes fest verankert ist.

Seitlich sieht man den Ausgang des Films zum Aufwickelmagazin. Da muss noch etwas Samt aufgeklebt werden, damit sicher kein Licht auf den Film gelangen kann.

Der Deckel hat optisch den gleichen "Stil" wie die Magazine, damit alles ein bisschen ordentlich aussieht.


Das Innere des Getriebekastens

Zu sehen sind oben die beiden Umlenkrollen.

Darunter sind je zwei übereinander stehende Gummirollen, durch die der Film läuft. Die oberen dieser Rollen sitzen direkt ja auf der Welle eines Getriebemotors. Die unteren beiden Rollen werden per Federkraft an die oberen Rollen gedrückt.

Links neben der untersten Rolle links sieht man einen der beiden Sensoren, die für die Schalufengrösse zuständig sind. Gemient ist das Weisse Plasticteil das sich seitlich bewegen lässt und auf einen Mikroschater wirkt, der entsprechend reagiert und den zugehörigen Getriebemotor laufen lässt oder ihn ausschaltet.

Die beiden Schlaufen führen von den Gummirollen direkt bis zum Einlauf der Filmbühne. Damit keine Kratzer auf den Filmm kommen, habe ich beide Seitenwände des Gehäuses mit Samt ausgekleidet, was man auf dem Bild kaum sehen kann. Schwarz und Schwarz gibt kaum einen Kontrast...

Diese Anordnung, völlig unabhängig für Auf- und Abwickelseite ist nun recht einfach und funktioniert auch völlig problemlos.

Auf dem Bild fehlt natürlich noch die Kameramechanik, die habe ich aber zum fotografieren nicht extra nochmals eingebaut.

Die genaue Funktionsweise wird man in den kommenden Tagen auf einem Video shen können, das aber erst noch zu erstellen ist. Vorab will ich erst einmal Schärfe und Ausschnitt bestimmen, danach wird alles zusammengebaut und in Betrieb genommen.


Die Rückseite des Getriebes

Zu sehen sind die beiden Motoren, die für die Schlufen zuständig sind. Gleich daneben sieht man die Verlängerung des Sensors. Oben ist den jeweils der Mikroschalter, dort, wo die beiden linken roten Kabel hinführen.

Unter den Motoren sieht man die Wellen der Gegenrollen. Die darunter gespannten Federn drücken die Rollen gegeneinander, sodass der Film ähnlich wie bei einem Tonband per Reibung mitgezogen wird. Um ausreichend Reibung zu bekommen, sind beide Rollen aussenrum gummiert, was nichts anderes heisst, dass sie mit je einem kurzen Stück weichem Silikonschlauch versehen wurden. Normalerweise dient dieser Schlauch im Modellbau für diverses, kann aber auch zum Filmkopieren missbraucht werden.

Die Verkabelung ist relativ einfach und kann dank der billigen Lüsterklemmen auch jederzeit zerlegt werden, sollte da mal irgendwas ändern oder kaputtgehen.

Die biegsame Welle ist nicht eingesetzt, die kommt erst zusammen mit der Kameramechanik ins Spiel.


Das gesamte Kopiergerät

Links wird Film abgewickelt.

Mittig wird Film belichtet.

Rechts wird Film aufgewickelt.

Alles schön stabil und simpel zu handhaben.

Diese zweite Version gefällt mir deutlich besser, nun ist alles überschaubar, ist modular aufgebaut und es hat insgesamt viel weniger heikler Teile, die Probleme machen könnten.


Das Aufwickelmagazin

Hier die Rückseite des Magazins. Die grosse Seilscheibe sitzt auf einer Welle, die auch gleich eine Friktion eingebaut hat. So kann der Motor nicht überlastet werden.


Das Abwickelmagazin

An diesem Magazin ist lediglich ein griffiges Handrad, das beim manuellen Einfädeln des Films im dunkeln hilfreich sein kann.


Die Umlenkrollen

Die Umlenkrollen habe ich selber gemacht, die Preise für fertige Rollen war mir doch etwas zu teuer.

Innen ein Aluminiumkern, darüber je ein Stück Silikonschlauch und oben und unten je eine dünne Sperrholzrondelle. Es mag so aussehen, wie wenn da irgendwelche unsauberen Brauen an den Innenkanten wären. Das ist aber nicht so, das sieht nur so grauslich aus, weil der Schlauch halb transparent ist und man den Kleber hindurchschimmern sehen kann.

Je zwei Rollen für DS-8 Film, also 16mm breit und die anderen für normalen S-8 Film.

Die Rollen haben rund einen Millimeter mehr Innenbreite, kommt ja nicht so drauf an, die eigentliche Filmführung findet ja nur in der Filmbühne statt. Die Rollen sind lediglich grobe Führungen zwischen Magazin und Schlaufenmotoren.


Die Kameramechanik

Diese Teil wird ganz einfach mit drei Schrauben ins restliche Gehäuse eingeschaubt, schon ist die Kamera einsatzbereit.


Der Aufwickelmotor

Da fehlt bloss noch die Aufwickelrolle auf der Motorwelle, die ich in der Werkstatt vergessen habe.

Dieser Motor könnte aber eventuell etwas zu langsam drehen, da er extrem stark unterstzt ist. Dann würde ich eben den anderen nehmen, der als Antrieb für den Sekundentakt vorgesehen ist.


Die Antriebe

Die beiden Antriebsmotren für die Kamera. Einer der Motoren macht Halbsekundentakt, der andere einen ganzen Sekundentakt.

Habe sicherheitshalber mal einfach beide Motoren gekauft und verkabelt, werde aber höchstwahrscheinlich bloss den schnelleren verwenden, ausser, es kommt da mal ganz extrem niedrigempfindlicher Printfilm zum Einsatz.

Mit den beiden Mikroschalter wird über ein Nockenrad, das an der biegsamen Welle sitzt, der Computer gesteuert, um ein Bild weiterzuschalten.

Die Maus sitzt wie schon früher auf einem Bock, damit nicht versehentlich der Cursor vom Klickfeld des QT Players "abrutschen" kann. so ist die Kugel frei und kann den Cursor nicht bewegen.

Alles wird ganz einfach aufs Grundbrett geklebt und gut ist...